Automatisierung im Einzelhandel:
Warum der LEH jetzt auf Prozessoptimierung setzen muss
Montagmorgen, 6 Uhr. Der neue Prospekt muss raus, die Frischetheke bekommt neue Preisschilder, im Onlineshop fehlen noch drei Nährwerttabellen, und das Marketingteam wartet auf die Freigabe der Regionalvariante Süd. Wer im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) arbeitet, kennt dieses Bild. Es ist kein Ausnahmezustand, sondern Alltag – in tausenden Filialen, für zehntausende Artikel, jede Woche neu.
Automatisierung im Einzelhandel gilt vielen noch als Zukunftsthema für Kassen, Lager oder Logistik. Dabei liegt eine der größten, aber am wenigsten beachteten Belastungen ganz woanders: in der Produktion von Prospekten, Katalogen, Etiketten und digitalen Produktinformationen. Genau hier setzt InBetween an – mit einem tiefen Verständnis für die Strukturen des LEH und einer Lösung, die dort automatisiert, wo es wirklich wehtut.
Die Realität im LEH: Komplexität als Dauerzustand
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist strukturell komplex – und das ist kein Zufall, sondern Prinzip. Bei Handelsgruppen wie EDEKA und REWE führen tausende selbstständige Kaufleute ihre Märkte eigenverantwortlich, mit eigenen Sortimenten, Aktionen und regionalen Prospektvarianten.
Quellen: EDEKA-Geschäftszahlen 2025, REWE Group, Geschäftsjahr 2025 und Handelsverband Deutschland
Diese Vielfalt sichert lokale Relevanz und unternehmerische Nähe zur Kundschaft. Zugleich erzeugt jede Region, jeder Kaufmann und jede Vertriebslinie zusätzlichen Publishing-Aufwand: Preise, Produktinformationen, Aktionsmaterialien und Etiketten müssen für viele Varianten aktuell bereitgestellt werden.
Gleichzeitig wächst der Anspruch an Omnichannel. Produktdaten müssen im Prospekt, am Regal, im Onlineshop, in der App und im Lieferservice konsistent sein. Der Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich. Automatisierte Publishing-Prozesse reduzieren repetitive Aufgaben und entlasten vorhandene Teams!
Warum klassische Prozesse an ihre Grenzen stoßen
In vielen Marketing- und Produktdatenabteilungen im LEH laufen Prospekte, Kataloge und Etiketten noch immer über eine Kette manueller Schritte: Daten werden aus PIM, ERP und Excel-Listen zusammengetragen, in InDesign von Hand platziert, per E-Mail zur Freigabe geschickt und für jede Region einzeln angepasst. Bei Hunderten Varianten pro Auflage und einem wöchentlichen bis zweiwöchentlichen Rhythmus wird daraus ein Dauersprint.
Die typische manuelle Prozesskette
- Daten zusammentragen Informationen aus PIM, ERP und Excel-Listen sammeln.
- Inhalte platzieren Produktdaten und Angebote manuell in InDesign einsetzen.
- Freigaben einholen Entwürfe und Korrekturen per E-Mail abstimmen.
- Varianten anpassen Jede Region, Sprache und Ausgabe einzeln bearbeiten.
- Änderungen wiederholen Preise, Aktionen und Kennzeichnungen erneut durch die Kette führen.
Die Folgen sind lange Produktionszyklen, fehleranfällige Copy-Paste-Schritte und zahlreiche Abstimmungsschleifen. Jede Preisänderung, jeder neue Aktionsartikel und jede zusätzliche Kennzeichnungsanforderung durchläuft dieselbe manuelle Kette – multipliziert mit jeder Region, jedem Ausgabeformat und jeder Sprache.
Während Kassensysteme, Lagerlogistik und Onlineshops längst digitalisiert sind, basiert die Erstellung vieler verkaufsrelevanter Publikationen weiterhin auf manuellen Abläufen. Genau an dieser Medienbruchstelle entsteht ein erheblicher Teil des vermeidbaren Aufwands.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Ein Vollsortimenter mit mehreren hundert selbstständigen Kaufleuten bereitet den nächsten Aktionsprospekt vor. Die Zentrale liefert das bundesweite Master-Layout, die Regionen ergänzen lokale Angebote, und einzelne Kaufleute setzen eigene Schwerpunkte.
Viele Übergaben, viele Wiederholungen
Die Marketingabteilung verschickt Word- oder Excel-Vorlagen, sammelt Rückmeldungen per E-Mail, gleicht Preise und Aktionsartikel ab und übergibt die Inhalte an die Grafik. Dort wird jede Regionalvariante einzeln in InDesign zusammengesetzt – mit entsprechend vielen Fehlerquellen und Abstimmungsschleifen.
Zentrale Daten, geregelte Zusammenarbeit
Produktinformationen, Preise und Aktionsdaten stammen aus den jeweils führenden Quellsystemen, etwa PIM, ERP oder Aktionsplanung. Regionen und Kaufleute ergänzen lokale Inhalte über eine gemeinsame Kollaborationsplattform. Das Layout entsteht automatisiert aus freigegebenen Daten; Änderungen aktualisieren alle betroffenen Varianten.
Damit verlagert sich der Schwerpunkt der Arbeit: weg vom Zusammentragen und Kontrollieren, hin zu Sortimentsentscheidungen, Kampagnenplanung und Markenführung.
Automatisierung mit System – nicht als Selbstzweck
Automatisierung im Einzelhandel bedeutet nicht, Kreativität oder lokale Anpassung abzuschaffen. Sie nimmt repetitive Schritte aus der Wertschöpfungskette und schafft Freiraum für Aufgaben, bei denen menschliche Erfahrung und strategische Entscheidungen gefragt sind.
InBetween verfolgt dafür seit mehr als 30 Jahren einen Ansatz aus vier Bausteinen:
- Verlässliche Datenbasis PIM-, ERP- und weitere Quellsysteme werden angebunden. Für jede Datenart ist eindeutig definiert, welches System die führenden Informationen liefert.
- Automatisierte Produktion Prospekte, Kataloge und Etiketten entstehen über automatisierte Publishing-Workflows und die Integration mit Adobe InDesign direkt aus den freigegebenen Daten.
- Zentrale Zusammenarbeit Freigabe-, Review- und Korrekturprozesse werden für Regionen, Vertriebslinien und Kaufleute in einem gemeinsamen Workflow abgebildet.
- Lokale Flexibilität Regionen und Märkte nehmen eigene Anpassungen innerhalb definierter Gestaltungs- und Freigaberegeln vor – ohne zusätzlichen Produktionsaufwand für die Zentrale.
Automatisierung ersetzt nicht die Vielfalt des LEH – sie bildet sie ab.
Ein leistungsfähiger Publishing-Automatisierungsansatz verbindet deshalb zentrale Steuerung mit regionaler Flexibilität. Erst diese Kombination macht die Produktion bei vielen Artikeln, Beteiligten und Varianten skalierbar.
Beweis statt Behauptung: Was Automatisierung in der Praxis bringt
Wie stark sich datenbasiertes Publishing auswirkt, zeigen reale Kundenprojekte. Aus einer zentralen Datenbasis entstehen aktuelle Publikationen für unterschiedliche Regionen, Sprachen, Formate und Ausgabekanäle – automatisiert, markenkonform und deutlich schneller.
Die Beispiele reichen vom regionalisierten Aktionsprospekt über umfangreiche Sortimentskataloge bis zu mehrsprachigen POS-Materialien.
Zentral steuern, regional ausspielen
Wie stark sich dieser Ansatz auswirkt, zeigt das Beispiel Eurogast. Der österreichische B2B-Großhändler für Gastronomiebedarf verarbeitet Produktinformationen für rund 40.000 Artikel. Aus einer zentral erstellten Masterpublikation entstehen alle zwei Wochen 14 regionale Prospektvarianten für insgesamt 19 Standorte – rund 350 Varianten pro Jahr.
Das Ergebnis:
Produktdaten werden zentral gepflegt und automatisiert in die jeweiligen Publikationen übernommen. Gleichzeitig verbessert der zentral gesteuerte Prozess die Zusammenarbeit zwischen zentralen und regionalen Teams und steigert die Effizienz der Publikationserstellung.
Vom Halbjahresprojekt zum aktuellen Katalog
Weitere Projekte zeigen denselben Effekt bei anderen Publikationsarten: Beim Heimtierbedarfsspezialisten Vitakraft sank die Erstellungszeit eines Sortimentskatalogs von etwa sechs Monaten auf 14 Tage. Statt alle zwei bis drei Jahre erscheint nun alle drei Monate ein aktueller Katalog. Der Automatisierungsgrad liegt bei mehr als 80 Prozent.
Mehrsprachige POS-Materialien direkt aus dem PIM
Der Kosmetikhersteller ARTDECO automatisiert die Erstellung von POS-Materialien in zwölf Sprachen. Produktinformationen, Preise, EANs und Barcodes fließen aus dem zentralen PIM-System direkt in dynamische InDesign-Vorlagen. Dadurch wurde die Produktion der Etiketteneinleger um 80 Prozent beschleunigt.
Fazit: Wer den LEH kennt, weiß, wo Automatisierung wirkt.
Automatisierung im Einzelhandel ist kein IT-Projekt von der Stange. Sie funktioniert nur, wenn sie die genossenschaftlichen Strukturen, die Vielfalt an Vertriebslinien und Eigenmarken sowie den engen Publishing-Rhythmus des LEH berücksichtigt.
InBetween kennt diese Praxis aus über drei Jahrzehnten datenbankgestütztem Publishing und aus Projekten mit vielen Varianten, zahlreichen Beteiligten und engen Zeitfenstern. Die Verbindung aus zentraler Datensteuerung, automatisierter Produktion und regionaler Anpassungsfähigkeit macht komplexe Publishing-Prozesse beherrschbar.
Wer Prospekte, Etiketten, Kataloge und digitale Produktinformationen als durchgängigen, automatisierbaren Prozess versteht, reduziert Produktionsaufwand, beschleunigt Aktualisierungen und verbessert die Datenqualität. Gleichzeitig gewinnt das Marketing Zeit für Sortimentsentscheidungen, Kampagnen und eine relevante Kundenansprache.
FAQ
Häufig gestellte Fragen zur Publishing-Automatisierung
Antworten zu datenbasiertem Publishing, automatisierten Publikationen, E-Commerce, Marktplätzen und den modularen Lösungen von InBetween.
Was ist datenbasiertes Publishing?
Datenbasiertes Publishing bezeichnet die automatisierte oder teilautomatisierte Erstellung von Publikationen aus strukturierten Produktdaten. Inhalte aus PIM-, ERP- oder anderen Quellsystemen werden mit definierten Layoutvorlagen verbunden. So entstehen beispielsweise Kataloge, Prospekte, Preislisten, Etiketten, POS-Materialien und Produktdatenblätter, ohne dass alle Inhalte für jede Ausgabe erneut manuell gesetzt werden müssen.
Können Produktdaten auch für E-Commerce und Marktplätze genutzt werden?
Ja. Zentral gepflegte Produktdaten können nicht nur in Print- und PDF-Publikationen, sondern auch für Onlineshops, E-Commerce-Plattformen, Marktplätze, Apps und weitere digitale Kanäle bereitgestellt werden. Entscheidend ist, dass die kanalspezifischen Anforderungen – etwa an Attribute, Texte, Sprachen, Bilder oder Formate – im jeweiligen Prozess berücksichtigt werden. Dadurch lässt sich dieselbe verlässliche Datenbasis für unterschiedliche Ausgabekanäle nutzen.
Wie bleiben Produktinformationen über verschiedene Kanäle hinweg konsistent?
Die Konsistenz entsteht durch eine klar definierte Datenhoheit: Für jede Information wird festgelegt, welches Quellsystem sie führend bereitstellt. Publishing- und Ausleitungsprozesse greifen anschließend auf diese freigegebenen Daten zu. Änderungen müssen dadurch nicht in jeder Publikation oder jedem Kanal separat nachgeführt werden. Validierungs-, Freigabe- und Aktualisierungsregeln sorgen zusätzlich dafür, dass nur geprüfte Inhalte veröffentlicht werden.
Kann ein aktuelles Produktdatenblatt direkt bei Bedarf generiert werden?
Ja. Mit der InBetween Datasheet Automation App können professionelle PDF-Produktdatenblätter direkt aus zentralen Produktinformationen erzeugt werden. Je nach Konfiguration ist die Generierung bei Bedarf, nach Zeitplan oder automatisch bei Datenänderungen möglich. Vor der Erstellung werden die aktuellen Daten aus dem angebundenen PIM-System synchronisiert; das fertige PDF kann anschließend wieder als Asset im System bereitgestellt werden.
Welche Vorteile bietet Publishing-Automatisierung für den Einzelhandel und den LEH?
Im Einzelhandel treffen große Sortimente, häufige Preis- und Aktionsänderungen, regionale Varianten und enge Produktionszyklen aufeinander. Publishing-Automatisierung reduziert repetitive Übertragungs- und Layoutarbeiten, verkürzt Aktualisierungswege und unterstützt eine konsistente Produktkommunikation. Gerade im LEH lassen sich dadurch zentrale Steuerung und regionale Flexibilität miteinander verbinden, ohne jede Variante vollständig separat produzieren zu müssen.
Sind regionale, sprachliche und kundenspezifische Varianten möglich?
Ja. Varianten können aus einer gemeinsamen Daten- und Vorlagenbasis erzeugt werden. Regeln steuern beispielsweise, welche Sortimente, Preise, Sprachen, Texte oder Gestaltungselemente für eine Region, einen Markt, eine Vertriebslinie oder eine Kundengruppe gelten. Lokale Teams können definierte Inhalte ergänzen oder auswählen, während zentrale Layout-, Marken- und Freigabevorgaben erhalten bleiben.
Wie unterstützt InBetween voll- und teilautomatisierte Publishing-Prozesse?
Wiederkehrende, klar regelbare Publikationen können weitgehend vollautomatisiert erstellt und aktualisiert werden. Wenn redaktionelle Auswahl, individuelle Seitengestaltung oder lokale Abstimmung erforderlich sind, unterstützt der InBetween Publication Wizard teilautomatisierte und kollaborative Workflows. So lässt sich der Automatisierungsgrad passend zur Publikationsart und zum Unternehmensprozess bestimmen – von der automatischen Ausgabe bis zur kontrollierten Bearbeitung in Adobe InDesign.
Ist die InBetween Software modular und an Unternehmensanforderungen anpassbar?
Ja. Die InBetween Digital Publishing Software Suite ist modular aufgebaut. Unternehmen können die vollständige Plattform oder gezielt die Module einsetzen, die zu ihren Daten, Publikationsarten und Workflows passen. Das InBetween Team konzipiert daraus eine maßgeschneiderte, skalierbare Lösung, die bestehende Systemlandschaften, Rollen, Freigaben und Automatisierungsziele berücksichtigt.
Wie unterstützt KI die Produktkommunikation?
KI kann redaktionelle und datenbezogene Aufgaben ergänzen, etwa indem sie Produktbilder analysiert und daraus Bildbeschreibungen, mehrsprachige Bildunterschriften, Alt-Texte, Metadaten oder SEO-Tags generiert. Das InBetween AI Vision Studio stellt solche Inhalte für Kataloge, Datenblätter, Websites, E-Commerce und weitere Kanäle bereit. Vor der Veröffentlichung sollten die Ergebnisse fachlich geprüft und an Marken-, Markt- und Kanalanforderungen angepasst werden.
Über InBetween
Als weltweit führender Anbieter von Digital Publishing Lösungen steht die InBetween Deutschland GmbH seit mehr als 20 Jahren für die Professionalisierung des Produkt- und Markenerlebnisses. Mit unserer Software erstellen Sie Kataloge, Sales Folder, Preislisten, Datenblätter und vieles mehr automatisiert und auf Basis aktuellster Produktdaten. So sparen Sie signifikant und messbar Zeit, Kosten und erhöhen die Qualität Ihrer Output Dokumente durch die Reduktion manueller Fehler. Voll- oder teilautomatisierte Publikationen, personalisiert für verschiedene Kundensegmente, in unterschiedlichen Ausgabeformaten und Sprachen sind möglich – alles im Layout, das zu Ihrem Unternehmen passt.